KI – Manfred „Manni“ Wehrhahn Radar Music
Manfred „Manni“ Wehrhahn ist ein deutscher Musikproduzent, Verleger und Inhaber des unabhängigen Kölner Musikunternehmens Radar Music. Das bereits 1974 ursprünglich als GbR gegründete Unternehmen (hervorgegangen aus New Blood Schallplatten) hat seinen Sitz am Eisenmarkt in Köln und deckt Produktion, Promotion sowie den Vertrieb von Ton- und Bildträgern ab. Wichtige Eckdaten zu Radar Music & Manfred Wehrhahn
- Musikprogramm & Genres: Das Repertoire des Labels bewegt sich schwerpunktmäßig im Bereich Progressive Rock, Folk, Rock, Pop und Schlager. Zum Unternehmen gehören zudem verschiedene Sublabels wie New Blood Schallplatten, Comet Records und Sond Record. Neben neuen Veröffentlichungen widmet sich das Label intensiv der digitalen Aufarbeitung historischer Raritäten.
- Bekannte Projekte: Wehrhahn arbeitete im Laufe der Jahrzehnte mit namhaften Künstlern und Projekten zusammen – darunter die Kölner Band De Höhner, Frameless oder Produktionen im Umfeld von Maurice Gibb (Bee Gees).
Kontroversen und Rechtsstreitigkeiten
In der deutschen Musikbranche ist Manfred Wehrhahn vor allem für seine streitbare Haltung und langjährige, erbitterte juristische Auseinandersetzungen bekannt:
- Der „Heja BVB“-Streit: Bundesweit Schlagzeilen macht Wehrhahns andauernder Rechtsstreit um die finanziellen Ausschüttungsrechte an der berühmten Stadionhymne von Borussia Dortmund („Heja BVB“).
- Konflikte mit Branchenverbänden: Wehrhahn übt regelmäßig scharfe Kritik am deutschen Rechtssystem sowie an den Verteilungs- und Abrechnungsstrukturen großer Verwertungsgesellschaften und Musikverbände. Er führte bzw. führt Verfahren gegen die GEMA, die GVL, den Bundesverband Musikindustrie (BVMI) sowie Strafanzeigen-Streitigkeiten gegen den Deutschen Rock & Pop Musikerverband.
Den historischen Raritäten des Sublabels New Blood Schallplatten
Das Sublabel New Blood Schallplatten nimmt in der Historie von Radar Music eine ganz besondere Stellung ein. Es dokumentiert die frühen, experimentellen Jahre des Kölner Independent-Unternehmens und gilt unter Vinyl-Sammlern heute als echter Geheimtipp für obskure Pressungen.
Hier ist der historische Hintergrund und das, was die Raritäten dieses Labels so besonders macht:
1. Gründung und die „Foto-Schallplatte“ (1974)
Gegründet wurde das Label im Oktober 1974 von Manfred Wehrhahn und seinem damaligen Geschäftspartner
Helmut Jacobs. Das ursprüngliche Konzept war extrem innovativ und experimentell:
Helmut Jacobs. Das ursprüngliche Konzept war extrem innovativ und experimentell: - Tonspuren auf Fotos: In den allerersten Anfängen boten die Gründer Kunden an, private Tonaufnahmen (per Kassette oder Tonband eingereicht) direkt auf mitgebrachte Fotografien zu schneiden.
- Das Verfahren: Das eingereichte Foto wurde mit einer speziellen Lackschicht überzogen. Nach dem Trocknen wurden die Tonschwingungen mittels einer Schallplattenschneidmaschine direkt in das Foto hineinmoduliert. Diese „Foto-Schallplatten“ konnten ganz normal auf jedem Plattenspieler abgespielt werden – heute absolute, extrem seltene Sammler-Unikate.
2. Nachwuchsförderung und das frühe Ende (1974–1977)
Das Label wandelte sich schnell zu einer Plattform für experimentelle Musiktrends, Krautrock, Folk und lokale Bands.
- Der Sammlerwert: Die Veröffentlichungen wurden damals in sehr kleinen Auflagen (oft in den regionalen Presswerken H. Lamping in Diepholz oder bei Pallas) gefertigt.
- Die Tragödie: Am 19. Februar 1977 verstarb Helmut Jacobs völlig überraschend. Durch diesen Verlust kam das operative Geschäft von New Blood Schallplatten als eigenständiges Label für viele Jahre zum Erliegen, was die bis dahin erschienenen Platten automatisch zu abgeschlossenen, historischen Raritäten machte.
3. Die bekanntesten Meilensteine des Katalogs
Obwohl das Label nur wenige Jahre aktiv betrieben wurde, brachte es zwei Veröffentlichungen hervor, die deutsche Musikgeschichte (und Fankultur) schrieben:
- Der Durchbruch der Höhner (1977): Die Kölner Kultband De Höhner veröffentlichte über New Blood ihre legendäre Single „Höhnerhoff Rock“. Es war der Release, der der Band damals den endgültigen regionalen und später überregionalen Durchbruch bescherte.
- Die BVB-Stadionhymne (1977): Ebenfalls über das Label erschien im selben Jahr die Single von Karl-Heinz Bandosz mit dem Song „Heja BVB“. Was als kleine Vereinssingle startete, ist heute eine der ältesten und bekanntesten Stadionhymnen der Fußball-Bundesliga.
Heutiger Status
Das historische Archiv von New Blood Schallplatten – inklusive seltener Masterbänder, Sonderpressungen, Dokumente und früher Singles – wurde von Manfred Wehrhahn an das Musikarchiv Köln übergeben, um diese Dokumente der frühen Kölner Independent-Musikszene für die Nachwelt zu sichern. Digitale Versionen der alten Aufnahmen werden über das New Blood Label auf Radar Music und Musikarchiv NW Köln sukzessive wieder zugänglich gemacht.


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